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Nachruf Carlmax Sturzenegger - Abschied von einem engagierten Oberwiler

Kurz vor Jahresende wurde bekannt, dass Carlmax Sturzenegger im Alter von 86 Jahren diese Welt verlassen hat. Viele Menschen in Oberwil haben den gradlinigen, konsequenten und engagierten Mitbürger kennen- und schätzengelernt. Nach langen Jahren als Präsident der Finanzkommission wurde er von der FDP 1992 als Gemeinderat nominiert. Die Gemeinde konnte viel von seinem Fachwissen als Chemiker und noch mehr von seiner Management-Erfahrung aus Führungspositionen bei der damaligen Ciba-Geigy profitieren.

Von 1992 an leitete Sturzenegger den Geschäftsbereich Gemeindeeigene Bauten und Umweltschutz. Mit Beginn der neuen Amtsperiode im Jahre 1996 übernahm er den Geschäftsbereich Privater Hochbau und Planung und betreute weiterhin auch den Umweltschutz bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit im Jahre 2000. In seinen acht Amtsjahren stand er an 22 Gemeindeversammlungen mit 26 Vorlagen im Einsatz. Ganz wichtige Geschäfte, die er mit Bravour ans Ziel führte, waren die Sanierung der Wehrlinhalle, die Schaffung von Übungsräumlichkeiten für Vereine und die Sanierung der Gebäudehüllen in der Hüslimatt-Anlage.

Als Planungsgemeinderat betreute er die Quartierpläne zum Mühlematt-Center der Migros und zum Bau-und Hobbymarkt von Coop. Das wichtigste Planungsgeschäft war jedoch die Neuordnung des Quartierplans Zentrum. Neben diesen grossen Gemeindeversammlungsgeschäften gab es noch einige kleinere und vor allem auch das umfangreiche Tagesgeschäft, das seinen unermüdlichen Einsatz in der Bau- und Planungskommission, in der damaligen Umweltkommission, in der Verkehrskommission und in der Abfallkommission Leimental erforderte.

Sturzenegger ist auch in die Oberwiler Geschichte eingegangen, weil er der einzige Gemeinderat war, der zwar zwei Amtsperioden mit grossem Rückhalt in der Bevölkerung leistete, aber nie durch eine Urnenwahl hindurchging. 1992 kam zum ersten Mal für den Gemeinderat das Institut der Stillen Wahl zur Anwendung. Was man damals als riesige Ausnahme taxierte, wiederholte sich 1996. Mit der neuen Gemeindeordnung wurde für Gesamterneuerungswahlen dieses System wieder abgeschafft. Das war aber nicht der Grund, warum er im Jahre 2000 nicht mehr antrat. So überzeugt, wie er seine Aufgaben erfüllte, war er auch, dass es nun im Alter von 70 Jahren an der Zeit ist, jüngeren Kräften Platz zu machen.

Auch wenn Sturzeneggers Name in keinem Protokoll einer Urnenwahl steht, wird man seinen Namen in der Oberwiler Geschichte finden, denn er hat Enormes geleistet. Wer mit ihm zusammenarbeiten durfte, schätze seine Gradlinigkeit, seine Verlässlichkeit, seine Kollegialität, seinen grossen Teamgeist und seinen stets präsenten, trockenen Humor.   
          
Unsere Anteilnahme am Hinschied von Carlmax Sturzenegger verbindet uns mit seiner Ehegattin und seiner Familie. Die Gemeinde Oberwil hat ihm viel zu verdanken.

Rudolf Mohler, ehe. Gemeindepräsident

Publiziert am 13. Jan. 2017


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