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Biotop Ziegelei


Am 28. Juni 2010 wurde das Amphibienlaichgebiet Ziegelei eingeweiht. Regierungsrat Jörg Krähenbühl hielt die offizielle Ansprache. Bereits 1994 wurde dieses Areal ins Bundes-inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Biotop Ziegelei
Das Biotop Ziegelei anfangs April 2013


Das Biotop Ziegelei ist ein vorbildliches Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Behörden und privaten Schutzverbänden. Hier handelt es sich um eine klassische Win-Win-Situation, bei der viele gewonnen haben: Die zu schützenden Tier- und Pflanzenarten, die „Abfallgesellschaft“, welche über einige Jahre Bauschutt und andere Inertstoffe aus der Agglomeration fachgerecht entsorgen konnten, die interessierte Öffentlichkeit oder die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oberwil, um ein paar zu nennen.

Mit der Einweihung dieses Gebiets ist endgültig eine Ära zu Ende gegangen: Ein wichtiger Bestandteil der Oberwiler Industriegeschichte, die Lehmgrube, in welcher über 100 Jahre, von 1894 bis 1997 Lösslehm abgebaut und zu Ziegeln und Backsteinen gebrannt wurde, verschwindet offiziell. Stefan Gschwind, der Urgrossvater von Andreas Herbster, Vertreter der Grundeigentümerin Immobilien Ziegelei AG, hatte als Unternehmer, Genossenschaftspionier und Sozialpolitiker hier eines seiner zahlreichen Unternehmen aufgebaut, welches lange Zeit als grösster Arbeitgeber für Oberwil galt. 1950 produzierten 65 Mann 10 Millionen und 1996 produzierten 11 Mann 25 Millionen Backsteine pro Jahr.

Bereits vor 40 Jahren wurde hier ein erstes Feuchtbiotop speziell geschaffen mit zusätzlichen Tümpeln für Amphibien und andere Wasserbewohner. Seit 2001 ist dieses Inventar in Kraft mit der Konsequenz, dass die Kantone innert einer festgesetzten Frist für den Schutz der erfassten Amphibienlaichgebiete zu sorgen haben. Da der Lehmabbau in diesem Gebiet 1997 eingestellt wurde, und eine Auffüllverpflichtung für die Grube bestand, stellte dies eine grosse Herausforderung dar. Mit seinem unermüdlichen Einsatz hat der Deponiewart Edi Fuhrer einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des heute fertiggestellen Geländes geleistet.

Das Ergebnis ist eine neue Tümpel-Landschaft von der verschiedene Amphibienarten, wie beispielsweise die Kreuzkröte oder der Kammmolch profitieren. Der andere Teil des Naturschutzgebietes, eine offene extensive Viehweide, wird von schottischen Hochlandrindern, die sich in diesem Gebiet ganzjährig aufhalten, „gepflegt“ und ist für zahlreiche seltene Vogelarten attraktiv. Insgesamt umfasst das Gebiet inklusive Überbauung ca. 10 Hektar. Im vergangenen Jahr baute das Tiefbauamt ein rund 600 Meter langes Amphibienleitsystem, damit Amphibien und andere Kleintiere die Kantonsstrasse gefahrlos unterqueren können. Somit ist die „Ziegelei“ mit dem 1.5 Km entfernten Naturschutzgebiet „Herzogenmatt“ – ebenfalls ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung – vernetzt.

In richtiger Fügung ist das Feuchtgebiet sogar noch im internationalen Jahr der Biodiversität fertig geworden.
 
 


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