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Zwei neue Weiher zum Erhalt der Kreuzkröte

In diesen Tagen hebt ein Bagger im Landwirtschaftsgebiet an der Neuwilerstrasse sowie am Hinterbergweg am Birsig zwei Gruben für ablassbare Weiher aus. Sie werden mit einer Folie ausgekleidet und mit Kies naturnah gestaltet. Diese Weiher sind Teil eines Vernetzungsprojekts für den Fortbestand der Kreuzkröte im Leimental.

Die Kreuzkröte gilt bei den Amphibien als ausgeprägte Pionierart. Sie zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass sie Weiher und Pfützen gleich nach deren Entstehung auffindet und erfolgreich fortpflanzt, sich andererseits in etwas älteren Gewässer mit Libellen, Molchen und gar Fischen aufgrund des Feinddruckes nicht halten kann. Die Kreuzkröte war früher in Auen mit den Pioniergewässern häufig. Nach dem Verschwinden der Auen wich die Art oft in menschgemachte Kies- und Lehmgruben aus. Werden diese aufgegeben, verlieren die Kreuzkröten ihren letzten Lebensraum.

So geschehen auch im Baselbiet, wo die Art bis vor wenigen Jahrzehnten noch häufiger war, sich mittlerweile auf drei letzte grosse Standorte zurückgezogen hat: Pratteln, Oberwil und das Wahlener Becken im Laufental. Dank immer noch offen stehenden Lehm- und Kiesgruben konnte sich die Art bis heute dort halten, doch in so kleinen Gebieten ist sie trotz aller Schutzbemühungen stark vom Aussterben bedroht. Für eine solche Art bleibt typisch, sich dynamisch im Raum zu bewegen und ständig neue Pioniergewässer zu suchen.

Nach Aussagen von Experten des Kantons betrug die Oberwiler Kreuzkrötenpopulation Anfang der Jahre 2000 über 100 Rufer. Sie waren vor allem in der damals noch aktiv genutzten Ziegeleigrube anzutreffen. Daraufhin wurde die Grube schonend verfüllt und darauf mit speziellen Amphibienschutzzielen ein naturnahes Ersatzbiotop bereitgestellt. Die Ruferzahlen gehen jedoch langsam zurück– Anzeichen, dass sich die Bedingungen langsam verschlechtern.
Erfahrungen von anderen Kreuzkrötenprojekten in der Schweiz zeigen, dass diese Art wirkungsvoll unterstützt werden kann, wenn man ihr zahlreiche Fortpflanzungsgewässer anbietet, die regelmässig trockengelegt werden. Damit werden mögliche Fressfeinde vertrieben und die Weiher wieder in ein „Pionierstadium“ zurückversetzt. Kann sich die Population durch viele solche Weiher im Raum verteilen und wachsen, ist sie besser gegen Aussterben geschützt.

Es ist das Ziel des Projektes, die Kreuzkröten-Population im Raum Oberwil - Leimental zu stärken und die Population zu vergrössern. Einerseits werden die Bedingungen im Ziegeleiareal wieder verbessert, andererseits werden durch dieses Vernetzungsprojekt diverse neue Standorte mit temporären Gewässern geschaffen. Die Weiher verteilen sich von der Ziegelei Oberwil aus in Richtung Therwil, Biel-Benken, Witterswil und Leymen.

Nähere Auskünfte beim Naturschutzverein Oberwil (Roland Steiner, 061 401 09 57, roland.steiner@nvoberwil.ch) oder bei Projektleiter Lukas Merkelbach (061 721 20 11, lukas.merkelbach@gmx.ch)
Kreuzkröte
Die Kreuzkröte braucht spezielle Bedingungen mit Pionierweihern, um als Art überleben zu können.

Publiziert am 17. Feb. 2014


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